04.11.2016, 20.15 Uhr

Wilde Elbe – / Folge 1

Die Elbe ist Europas letzter wilder Strom. Vom schneebedeckten Riesengebirge bis in die Weiten des norddeutschen Wattenmeeres – kein anderer der großen europäischen Flüsse ist so naturbelassen geblieben. Rund 1100 Kilometer fließt die Elbe quer durch Europa. Von der Quelle in Tschechien bis zur Mündung bei Cuxhaven an der deutschen Nordseeküste folgten die Naturfilmer Svenja und Ralph Schieke dem Lauf der Elbe zwei Jahre lang.

Die erste Folge zeigt den Fluss vom Riesengebirge bis nach Dresden. Im tschechischen Riesengebirge sammelt sich die Elbe aus zahlreichen Rinnsalen zu einem kleinen Bergbach. Dort oben, im Reich des sagenumwobenen Rübezahl, röhren im Herbst die Rothirsche, bevor sich der eisige Zauber des Schnees über die Kuppen der Berge legt. Schon im zeitigen Frühjahr, noch auf den Schneefeldern, balzen weit oben die Birkhähne im Nationalpark Riesengebirge, während weiter unten Fischotter im Eiswasser nach Beute tauchen. Dort darf die Elbe noch wild und ungezähmt fließen; wenige Kilometer weiter wird sie in Spindlermühle zum ersten Mal gezähmt. Die Anwohner sollen vor Hochwasser geschützt werden.

Trotzdem ist die Elbe auf ihrem Weg durch das Böhmische Becken voller Naturschätze. Vorbei an altehrwürdigen Städten wie Hradec Kralove und Pardubice windet sich die Elbe zunächst nach Süden. Hier leben überall Fischotter direkt am Fluss, während sich Seltenheiten wie die Rotbauchunke in den Gewässern ehemaliger Truppenübungsplätze heimisch fühlen. Besondere Lebensräume sind die Altarme der Elbe. An stillen Stellen mit viel Röhricht lebt eines der kleinsten Nagetiere überhaupt, die Zwergmaus. Im sauberen Wasser leben Bitterlinge in einer einzigartigen Symbiose. Die kleinen Karpfenfische legen ihre Eier in Süßwassermuscheln und verbreiten dafür deren Nachwuchs.

Die fruchtbaren Ufer der Elbe sind die Grundlage für Jahrhunderte alte Pferdezucht in Tschechien. In Kladruby nad Labem ist eines der ältesten gestüte Europas beheimatet. Hier werden seit 1579 Pferde für Kaier und Könige gezüchtet.

Auf ihrer Reise durch das Böhmische Becken begenen die Filmer flinken Zieseln und gefräßigen Siebenschläfern, bevor die Elbe bei der Porta Bohemica durch die spektakuläre Vulkanlandschaft des Böhmischen Mittelgebirges fließt. Die Böhmische Schweiz und, auf deutscher Seite anschließend, die Sächsische Schweiz, sind genauso dramatische Landstriche.

Nur ein paar Flusskilometer weiter erreicht die Elbe Dresden, das „Elbflorenz“. Auch hier, in der sächsischen Landeshauptstadt, ist die Elbe in weiten Teilen natürlich geblieben. Im Schatten von Zwinger und Semperoper leben wieder Biber im Fluss.

Die Hälfte der Strecke zwischn Mündung und Quelle hat die Elbe in Dresden hinter sich gebracht.

Die Naturfilmer Svenja und Ralph Schieke erlebten die Natur der Elbe bei den Dreharbeiten besonders intensiv. Tagelang harrten sie in Tarnzelten und Verstecken aus, um bei der Brunft der Rothirsche, der Balz der Birkhähne und dem Beutefang der Fischotter ganz nah dabei zu sein. Mit Unterwasser-Kameras spürte das Filmteam dem vielfältigen Leben in der Elbe und ihren Altarmen nach: Urzeitkrebse und Fische wie die Groppe und die Bitterlinge zeigen ihr sonst verborgenes Leben unter der Wasseroberfläche. Mit Hilfe der Zeitlupenkamera zeigen kämpfende Moorfrösche, rufende Rotbauchunken und fütternde Weißstörche ein faszinierendes Verhalten, das dem Zuschauer sonst verborgen bleibt. Zeitraffer und Jahreszeiten-Morphings bringen die eindrucksvolle Dynamik der Elbe nah. Aus der Luft zeigen hochwertige Flugbilder vom Hubschrauber, Motorsegler und einer ferngesteuerten Drohne die einzigartige Flusslandschaft der Elbe und ihre Tierwelt.Die ungewöhnlichen Blickwinkel schaffen ein Porträt einer Flusslandschaft, wie sie so noch nicht gezeigt wurde.

 

Wilde Elbe – / Folge 2

Die Elbe ist Europas letzter wilder Strom. Vom schneebedeckten Riesengebirge bis in die Weiten des norddeutschen Wattenmeeres – kein anderer der großen europäischen Flüsse ist so naturbelassen geblieben. Rund 1100 Kilometer fließt die Elbe quer durch Europa. Von der Quelle in Tschechien bis zur Mündung bei Cuxhaven an der deutschen Nordseeküste folgten die Naturfilmer Svenja und Ralph Schieke dem Lauf der Elbe zwei Jahre lang.

Die zweite Folge der zweiteiligen Dokumentation folgt dem Lauf der Elbe vom sächsischen Torgau bis nach Cuxhaven, wo der Fluss in die Nordsee mündet.

Der Winter ist bitterkalt an der sächsischen Elbe. Füchse zeigen sich am helllichten Tag auf der Suche nach Partnern und Beute. Tote Tiere im Schnee ziehen aber auch Raben und Greifvögel an. Ein Kampf ums Überleben in einer vereisten Traumlandschaft. So naturbelassen und vielfältig ist die Elbe in Deutschlands Osten, dass sie auf rund 400 Kilometern Länge unter besonderem Schutz von Sachsen-Anhalt bis Schleswig-Holstein stehen.unter besonderem Schutz steht. Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe erstreckt sich von Sachsen-Anhalt bis Schleswig-Holstein.

Zehntausende von Zugvögel nutzen die Elbauen zum Überwintern oder als Rastplatz während des Durchzuges, bevor der Frühling die Moorfrösche und Urzeitkrebse in die Tümpel der Auen lockt. Wie wild die Elbe noch sein kann, zeigt sie bei Dessau-Roßlau. Ganz in der Nähe erstreckt sich Europas größter Auwald mit seinem Kernstück, dem Steckby-Lödderitzer Forst.1000 Pflanzenarten, 135 Vogelarten und 40 Säugetier-Arten leben hier – eine einzigartige Vielfalt, geschaffen von der Elbe und ihren ständig wechselnden Wasserständen.

Die Kehrseite der Medaille sind die starken Hochwässer, die die Anwohner der Elbe in immer kürzeren Abständen heimsuchen. Was für die Menschen am Fluss oft große Schäden an Hab und Gut bedeutet, ist für die Natur die Grundlage für die große Artenvielfalt, die an der Elbe herrscht. Im Lauf des Jahres entstehen durch die Fluten viele verschiedene Lebensräume, an die sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten angepasst haben.

Auf seinem Weg vor bei an Magdeburg, Tangermünde und dem Wendland Richtung Nordseeküste bleibt die Elbe einer der natürlichsten Flüsse Europas mit viel Platz für Seeschwalben, Rothirsche und Neubürger wie die Waschbären. Erst bei Geesthacht wird die Elbe auf deutscher Seite zum ersten Mal wieder gezähmt. Hamburgs Hafen ist nicht mehr weit. Doch schon kurz hinter Hamburg wird der Strom wieder natürlich. In den Elbmarschen des Kehdinger Landes kommt es jeden Herbst zu einem gewaltigen Schauspiel: 80.000 Nonnengänse bevölkern dort die Wiesen und Deiche, bis der Frühling kommt. In Sichtweite ist da schon Cuxhaven, wo die Elbe, Europas letzter wilder Strom, nach 1.100 Kilometern in die Nordsee mündet.

Die Naturfilmer Svenja und Ralph Schieke erlebten die Natur der Elbe bei den Dreharbeiten besonders intensiv. Tagelang harrten sie in Tarnzelten und Verstecken aus, um bei der Brunft der Rothirsche, der Balz der Birkhähne und dem Beutefang der Fischotter ganz nah dabei zu sein. Mit Unterwasser-Kameras spürte das Filmteam dem vielfältigen Leben in der Elbe und ihren Altarmen nach: Urzeitkrebse und Fische wie die Groppe und die Bitterlinge zeigen ihr sonst verborgenes Leben unter der Wasseroberfläche. Mit Hilfe der Zeitlupenkamera zeigen kämpfende Moorfrösche, rufende Rotbauchunken und fütternde Weißstörche ein faszinierendes Verhalten, das dem Zuschauer sonst verborgen bleibt. Zeitraffer und Jahreszeiten-Morphings bringen die eindrucksvolle Dynamik der Elbe nah. Aus der Luft zeigen hochwertige Flugbilder vom Hubschrauber, Motorsegler und einer ferngesteuerten Drohne die einzigartige Flusslandschaft der Elbe und ihre Tierwelt.Die ungewöhnlichen Blickwinkel schaffen ein Porträt einer Flusslandschaft, wie sie so noch nicht gezeigt wurde.