Robin Jähne

 

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Es war Sympathie auf den ersten Biß im Australischen Busch. Der Tasmanische Teufel hatte es ihm angetan. Im Rahmen einer Filmexpedition von Dezember 1991 bis März 1992 hatte Robin Jähne das Beuteltier kennen und schätzen gelernt. Spontan erklärte er den „Tasmanian Devil“ zum Wappentier seiner kleinen Filmproduktion .
Geboren wurde Jähne jedoch nicht in Tasmanien, sondern am 3. August 1969 im lippischen Detmold, dort, wo einst die Germanen unter Hermann, dem Cherusker den Römern eine böse Niederlage beschert hatten. Wie alle mit dem Teufel verbundenen Wesen fühlt sich Robin Jähne von Gewittern magisch angezogen. Teuflisches Glück hatte er, daß er bei seinen Beobachtungen noch nicht vom Blitz erschlagen wurde. Mit einem Forschungsprojekt, das den Nachweis erbrachte, daß Gewitter ganz bestimmten Zugstraßen folgen, gewann er den ersten Preis beim Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ und den vierten Preis beim Bundeswettbewerb.

Ob nun der Blitz daran schuld war oder der Vater Hans Jähne, der mit seinen naturgetreuen Insektenskulpturen und Zeichnungen als Künstler internationale Bekanntheit erlangte, weiß niemand so genau. Sicher ist nur, daß Robin Jähne Biologie studierte, als freier Journalist und Fotograf arbeitet, und als Wetterfrosch für einen Rundfunksender tätig war. Seine Fotos aus der Natur präsentierte er bereits in zahlreichen Vorträgen und Ausstellungen, sie wurden in Zeitungen wie der FAZ oder Magazinen wie „National Geographic Deutschland“ veröffentlicht.
Und wenn er nicht gerade durch das tasmanische Unterholz kriecht oder einer benachbarten Dachsfamilie einen Besuch abstattet, dann betätigt sich Robin Jähne als Künstler. Denn nach einer Erkrankung des Vaters führt er die väterliche Kunstwerkstatt weiter. So entstand 1997 zwar kein Teufel, wohl aber eine Lippische Rose von 180 Zentimetern Durchmesser aus Edelstahl, 1999 eine zwei Meter hohe Gartenskulptur und 2002 eine Feuergoldwespe als naturgetreues, vergrößertes Abbild aus Edelstahl und Kupfer, mit Augen aus Halbedelsteinen. Inzwischen liegen auf Jähnes Werkbank schon Teile für weitere Kunstwerke.

In zahlreichen Naturfilmen lässt Jähne einfühlsam die Zuschauer in besondere Welten eintauchen, dabei liegt seine Spezialität in ausgefallenen Perspektiven, Zeitraffer- sowie Flug- und Luftaufnahmen.
„Ich möchte andere Menschen an der Faszination der Natur teilhaben lassen. Ich möchte fundierte, aber verständliche Informationen geben und erreichen, daß die Betrachter meiner Bilder, die Leser meiner Artikel und die Zuschauer meiner Filme die Begeisterung und Ehrfurcht vor den Wundern, die oft schon vor der Haustür beginnen, teilen – dies ist meine Motivation“, sagt Robin Jähne, der zur Zeit wieder an zahlreichen Projekten arbeitet.

Der Naturfilmer wirkte an zahlreichen Projekten mit, beispielsweise der Produktion über die Varusschlacht von „Terra X“ von Arte und ZDF oder „Abenteuer Mallorca“ von „planet e“ des ZDF. Für seinen Beitrag zum Naturschutz durch seine Filme wurde er 2013 vom NABU Lippe mit dem „Lippischen Diamanten“ ausgezeichnet. Ebenfalls in 2013 erhielt der Film „Das Jahr des Rotmilans“ beim renommierteinternationalen Greenscreen-Naturfilmfestival in Eckernförde den Preis für die beste unabhängige Produktion. Für den gleichen Film gab es beim internationalen Filmwettbewerb „Wild und Hund“ am 6. Februar 2014 den ersten Preis in der Kategorie „Naturfilm der Profis“.

Filmographie Robin Jähne:

1990: „Fliegende Völker“: Film über staatenbildende Wespen
1991: „Abenteuer Tasmanien“: Naturfilm
1993: Gewittersequenzen für Quarks & Co/WDR
1999: Mitwirkung Starke Pferde-Film im LWL-Freilichtmuseum Detmold
1999: „Das Pferd im Wald“: Film über Pferdearbeit im Wald
2005: „Starke Pferde 2005“: Kaltblüter im LWL-Freilichtmuseum Detmold
2005: „Neue Zeiten für einen alten Hof“: über die Entstehung der Umweltbildungsstätte des NABU
2006: „Das 13. Mahl“: Kurzspielfilm
2006: „Märchenbilder der Natur“: Szenen aus dem Teutoburger Wald mit klassischer Musik untermalt
2007: „Perspektive Natur“: Ein Film rund um die Senne in Ostwestfalen
2007: „Ta’ Saghi“: Verfilmung eines Fantasystoffes von Theo Gremme
2008: Mitwirkung TerraX(Arte/ZDF) „Die Germanen“
2008: „Auf unsichtbaren Pfaden“: Preis der Landesmedienanstalt für Imagefilm über GPS-Wanderwege
2008: „Siamsarah“: Verfilmung eines Fantasystoffes von Theo Gremme
2009: „Wunderbarer Oman“ Portrait des arabischen Sultanates
2009: Mitwirkung an mehreren NDR-Naturfilmen
2009: „Faszination Naturpark“: Teutoburger Wald und Eggegebirge
2009: „Kraftvolle Anmut auf vier Hufen“: Kaltblüter im LWL-Freilichtmuseum Detmold
2009: „Gesunde Landschaft – Gesundes Essen“: Imagefilm für den Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge
2010: „Die Fürstenallee“: Portrait eines Naturdenkmals von Europäischem Rang
2010: Kurzfilme für das Informationszentrum an den Externsteinen/Ostwestfalen
2011: Mitwirkung an TerraX (Arte/ZDF) Land des Kolumbus/Amerika
2011: „Die Falkenburg“, Dokudrama der Geschichte und archäologischen Ausgrabungen an einer der größten Höhenburgen Norddeutschlands
2011: Mitwirkung an „Expedition ins Tierreich – Osnabrücker Land“
2012: Mitwirkung an Produktion „Geheime Orte Deutschlands“ (Arte/ZDF)
2012: „Erlesene Natur“, Image- und Kurzfilme über FFH-Projekte im Kreis Höxter

2013: „Das Jahr des Rotmilans – Lippes elegante Greife“ – preisgekrönte Naturdokumentation

2013: Mitwirkung an „Abenteuer Mallorca“ – planet e/ZDF

2013: „Faszination Wissenschaft – Teil 1: Tanz der Teilchen“